Pressemitteilungen

Sicherheitslücke „Stagefright“ lässt sich nicht nur über MMS-Nachrichten ausnutzen

Trend Micro warnt davor, Sicherheitslücken und Exploits nur im ursprünglichen Entdeckungszusammenhang zu betrachten

Tags: #android #sicherheitslücke #vulnerability #google #ransomware #poc #proof-of-concept #software #code #smartphones #jellybean #lollipop #mkv #matroska #stagefright #mediaserver #betriebssystem #trendmicro #news #nachrichten

Hallbergmoos, 31. Juli 2015. Trend Micro-Forscher haben die unter dem Namen „Stagefright“ bekannt gewordene Android-Sicherheitslücke genauer untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass sich die Lücke nicht nur über MMS-Nachrichten, sondern auch über speziell präparierte Websites und Apps ausnutzen lässt. Dies verweist auf ein grundsätzliches Problem: Liegt einmal das Wissen über Sicherheitslücken vor, gewinnen die darauf zugeschnittenen Exploits aufgrund der verschiedenen Softwareabhängigkeiten schnell ein Eigenleben, das sich sowohl technisch als auch rechtlich nur noch schwer eindämmen lässt.

Von „Stagefright“ betroffen sind die Android-Versionen 4.0.1 bis 5.1.1, mit denen über 94 Prozent aller Android-Geräte ausgestattet sind. Ein Sicherheitspatch liegt zwar vor, jedoch sind die Anwender von den Herstellern ihrer Android-Geräte bei der Frage abhängig, wann ihnen das Sicherheitsupdate zur Verfügung gestellt wird.

Angriffe auch über Apps und Websites möglich
Doch damit nicht genug: Mögliche Angreifer, die Exploits für „Stagefright“ entwickeln, können dafür nicht nur speziell präparierte MMS-Nachrichten verwenden, sondern auch Websites und Apps. Die Trend Micro-Forscher haben entsprechende Proof-of-Concepts erstellt und ihre Erkenntnisse Google gegenüber am 19. Mai mitgeteilt. Dazu haben sie eine spezielle MP4-Datei gebaut und diese sowohl in eine App als auch eine HTML-Datei eingebettet. Auch in diesen Szenarien können Angreifer im schlimmsten Fall die Kontrolle über das infizierte Android-Gerät übernehmen. Die Nutzer müssen dafür nur eine entsprechend präparierte App – zum Beispiel aus dem Android-Store eines Drittanbieters – installieren oder eine bösartige Webseite aufrufen – zum Beispiel über einen Link in einer gefälschten E-Mail.

„Man darf Sicherheitslücken niemals isoliert betrachten, also nur in dem Zusammenhang, in dem sie ursprünglich entdeckt wurden“, warnt Sicherheitsexperte Udo Schneider, Pressesprecher beim japanischen IT-Sicherheitsunternehmen Trend Micro.

Der Geist aus der Flasche
Es gibt bei Software unzählige Abhängigkeiten untereinander, zwischen Betriebssystem und Applikationen, zwischen Anwendungen untereinander etc. – nicht nur bei Android. So können etwa auch Adobe Flash-Lücken, die im Browser nicht mehr ausnutzbar sind, weiterhin missbraucht werden, wenn ein darauf zugeschnittener Exploit in einem Office-Dokument versteckt wird. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf den Umgang mit dem Wissen um Sicherheitslücken.

„Exploits neigen aufgrund der genannten Abhängigkeiten dazu, ein Eigenleben zu entwickeln. Das ist schon schlimm genug, wenn Sicherheitslücken von Hackern und Cyberkriminellen entdeckt werden. Noch schlimmer wird es allerdings, wenn staatliche Stellen dieses Wissen einkaufen und nicht an die Softwarehersteller weitergeben, damit diese die Lücken im Code schließen können“, so Udo Schneider weiter. „Denn irgendwann werden auch von Staatsseite genutzte Exploits entdeckt, die in der Regel sehr gefährlich, weil besonders ausgeklügelt sind. Der aus unserer Sicht einzig richtige Umgang mit Sicherheitslücken lautet, diese umgehend dem betroffenen Softwarehersteller zu melden und auf das Ausnutzen von staatlicher Seite zu verzichten. Sonst bekommen wir das Exploit-Problem weder technisch noch rechtlich in den Griff – mit unabsehbaren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.“

Weitere Informationen
Weitere Informationen zur beschriebenen Sicherheitslücke sowie zum erwähnten Proof-of-Concept sind im deutschen Trend Micro-Blog erhältlich.

Über Trend Micro

Als weltweit führender Cybersicherheitsanbieter verfolgt Trend Micro seit über 25 Jahren das Ziel, eine sichere Welt für den digitalen Datenaustausch zu schaffen.

Die Lösungen für Privatanwender, Unternehmen und Behörden bieten mehrschichtigen Schutz für Rechenzentren einschließlich cloudbasierter und virtualisierter Umgebungen, Netzwerke und Endpunkte – unabhängig davon, wo sich die Daten befinden: von (mobilen) Endgeräten über Netzwerke bis hin zur Cloud. Trend Micros Lösungen sind für gängige Rechenzentrums- und Cloudumgebungen optimiert und sorgen so dafür, dass wertvolle Daten automatisch vor aktuellen Bedrohungen geschützt sind. Die miteinander kommunizierenden Produkte bilden einen Schutzmechanismus, der durch zentrale Transparenz und Kontrolle eine schnellere, bessere Absicherung ermöglicht.

Um Bedrohungen schnell erkennen, verhindern und entfernen zu können, nutzen alle Lösungen das Smart Protection Network: Diese cloudbasierte Sicherheitsinfrastruktur verwendet die neuesten datenwissenschaftlichen Methoden zur Big-Data-Analyse.

Trend Micro bietet seine Lösungen weltweit über Vertriebspartner an. Der Hauptsitz des japanischen Anbieters, der mit mehr als 5.000 Mitarbeitern in über 50 Ländern aktiv ist, befindet sich in Tokio, die deutsche Niederlassung in Hallbergmoos bei München. In der Schweiz kümmert sich die Niederlassung in Glattbrugg bei Zürich um die Belange des deutschsprachigen Landesteils, der französischsprachige Teil wird von Lausanne aus betreut; Sitz der österreichischen Vertretung ist Wien.

Weitere Informationen zum Unternehmen und seinen Lösungen sind unter www.trendmicro.de verfügbar, zu aktuellen Bedrohungen unter blog.trendmicro.de sowie blog.trendmicro.ch. Anwender können sich auch unter @TrendMicroDE informieren.